Datentrennung mit Windows XP, Windows 7 und Windows 8
By jochenc
On 30. Juli 2012 At 00:30
Category : Backup
Tags : Backup, Benutzerkonten, Browserfavoriten, Dateisystem, Datenbankanwendungen, Datensicherheit, Datentrennung, Festplattendefekt, Homeverzeichnis, Imagesicherung, Partitionieren, Systemsicherung, Windows 7, Windows 8, Windows XP, Zeit sparen
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Unter Datentrennung verstehe ich die saubere Abgrenzung der Anwenderdaten vom System mittels eigener Partition. Das Windows Betriebssystem wird auf der Dateisystemebene aus vielen einzelnen Dateien und Verzeichnissen zusammengesetzt. Schön wäre es, wenn Betriebssystem und Arbeitsergebnisse (Dokumente, Bilder, etc.) von vornherein strikt voneinander getrennt wären.
Man könnte sich spezifisch um die Daten- und um die Systemsicherung kümmern und Zeit sparen, ein Virenbefall würde nicht augenblicklich auch die Datenbestände in Mitleidenschaft ziehen und so Mancher hätte seine wertvollen Schriftstücke, Urlaubsfotos und Musiksammlungen bei einem Festplattendefekt noch retten können. Aber die Herren aus Redmond hatten wohl anderes im Sinn. Und so erhalten wir alle paar Jahre eine neue Windows Version und haben immer noch mit den selben Problemen zu kämpfen wie zu Zeiten von Windows 3.11. Im Fall von Windows 7 und Windows 8 haben sie sich sogar verkompliziert.

Um was müsst ihr euch kümmern, wenn ihr eure Daten im strengen Sinn vom Betriebssystem trennen wollt? Ich gehe von einem Einzelplatzsystem aus, zu Hause oder im Büro. In Server- und/oder Groupwareumgebungen gibt es Gott sei Dank weitreichendere Möglichkeiten, eine Trennung umzusetzen, Cloudlösungen sourcen die Problematik im Idealfall aus – und lassen sich dafür bezahlen.
Anwenderdaten werden in unterschiedlichen, mehr oder weniger verschachtelten Verzeichnissen im Dateisystem abgespeichert. Man denkt zurecht als erstes an das Homeverzeichnis der einzelnen Benutzerkonten, abgespeichert in der Regel als Unterverzeichnis von c:\Users (unter Windows XP waren dies noch die Eigenen Dateien als Unterordner von c:\Dokumente und Einstellungen/<Benutzer>). Doch damit nicht genug. Denn gerade auch die E-Mails enthalten für den Anwender wertvolle Daten, Informationen und Kontakte, sodass die Daten der E-Mailanwendung, Outlook, Mozilla Thunderbird, Pegasus Mail und andere, ebenfalls regelmäßig gesichert und im Idealfall zuvor getrennt werden sollten. Browserfavoriten werden meist nicht als überlebenswichtig angesehen, sollten aber möglichst auch in Sicherheit gebracht werden. Und schließlich gibt es noch die unterschiedlichsten Datenbankanwendungen verschiedener Hersteller, die ihre Daten wiederum an mindestens einem weiteren Ort abspeichern. Hierzu zählen bspw. Branchenanwendungen und Lösungen für betriebliche Verwaltungsaufgaben, kaufmännische Software für Buchhaltung, Warenwirtschaft oder Auftragsbearbeitung. Bei Selbständigen oder kleinen Betrieben sind solche Programmsysteme häufig auf nur einem einzigen Rechner installiert.
Datenbankanwendungen bieten meist einen speziellen Dialog zum "Daten sichern". Es fehlt aber der Gesamtzusammenhang. Wieviel leichter wäre das Anwenderleben, wenn man einfach sämtliche individuellen, persönlichen und wichtigen Daten an zentraler Stelle unterbringen und dann in Sicherheit bringen könnte? Alle relvanten Daten an einem einzigen Ort untergebracht, in einer eigens dafür angelegten Festplattenpartition, sowohl Dokumente und Musik, E-Mails und Termine, als auch die wichtigen Datensätze der Buchhaltung. Nur ein Knopfdruck und alles wäre in trockenen Tüchern. Ich sage euch was passieren würde: man würde das Thema Datensicherung endlich mit der notwendigen Konsequenz beachten, weil die meisten Computernutzer nicht mehr hoffnungslos überfordert wären. Niemand müsste sich mehr durch Softwaredokumentationen und verschachtelte Unterverzeichnisse hangeln, Backups wären so selbstverständlich wie das Ein- und Ausschalten des PCs.
Solange Windows in dieser Hinsicht "entwicklungsfähig" bleibt, bleibt uns auch nichts anderes übrig, als uns selbst um die Sache zu kümmern. Im Speziellen möchte ich aufzeigen, wie ihr die Benutzer Homeverzeichnisse auf eine eigene Partition umleitet. Damit wäre wenigstens einmal ein Anfang gemacht. Wie ihr eine Partition eigens für die Datenbestände anlegt, habe ich in einem früheren Beitrag bereits gezeigt (
Partitionieren – Eine Einführung). Hier wird auch beschrieben, wie eure
Eigenen Dateien unter Windows XP auf Laufwer
E: umgeleitet werden.
Da das unter Windows 8 und Windows 7 etwas aufwändiger ist, möchte ich im nächsten Beitrag daurauf eingehen.
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