Antiviren-Software: Mehr ist weniger

Written by on 25. Juli 2014 in Viren entfernen with 0 Comments



In der Welt der Internet Security ist nicht immer richtig, was auf den ersten Blick logisch erscheint. So würden die meisten Internetnutzer wohl instinktiv vermuten, dass ein Rechner automatisch sicherer wird, je mehr Schutzprogramme darauf installiert werden – eine Praktik, die tatsächlich einige Nutzer umsetzen. In anderen Bereichen des Lebens macht diese Einstellung natürlich durchaus Sinn: Wer mit Medikamenten gegen die verschiedensten Wehwehchen gewappnet ist, hat weniger Sorgen bezüglich Krankheiten.

Virenbefall

Das will wohl jeder vermeiden

Rechner ticken in dieser Hinsicht aber leider ein wenig anders und mit überfürsorglicher Ausstattung durch allerlei Virenprogramme ist es sehr wahrscheinlich, dass man ihm letztendlich mehr Schaden zufügt als nutzt und somit das Gegenteil von dem erreicht, was man vorhatte: Der Computer arbeitet nicht effizienter, sondern wird auf Schildkrötentempo herunter gedrosselt und Malware-Schädlinge erhalten freien Zugang zum System und können nach Belieben ihr Unwesen treiben. Das liegt vor allem an drei Gründen:

1)    Die verschiedenen Antivirus-Programme streiten sich wegen Malware

Wenn Antivirus-Programme einen Schädling erkennen, legen sie diesen zunächst in ihren Quarantäne-Ordner, der wie ein Gefängnis funktioniert und die Malware davor hindert, Schädliches mit dem System anzustellen. Das Problem ist, dass jedes Antiviren-Programm über einen eigenen Quarantäne-Ordner verfügt und nur ihren eigenen tatsächlich als sichere Zone anerkennen. Wenn nun also zwei verschiedene Programme installiert sind, werden die jeweils anderen Quarantäne-Ordner von den Programmen nicht als sicher wahrgenommen und der Schädling wandert ständig von einem Quarantäne-Ordner in den anderen. Das ist an sich zwar nicht wirklich schädlich für das System, doch der User wird ständig durch falschen Alarm belästigt und bemerkt es möglicherweise gar nicht mehr, sollte es mal eine ernsthafte Schädlingsmeldung geben.

2)    Mehrere Antivirus-Programme brauchen viel Rechnerkapazität

Antiviren-Programme gehören zu den aufwändigeren Anwendungen, die man auf seinem Rechner installieren kann:

•    Sie sind ständig aktiv
•    Sie werden bereits beim Einschalten des Rechners hochgefahren
•    Sie untersuchen alle ein- und ausgehenden Dateien
•    Sie überwachen stetig das System hinsichtlich Veränderungen

Das erfordert natürlich auch eine Menge Rechenkapazität und es ist nur logisch, dass zwei entsprechende Programme nur noch mehr Aufwand für den Rechner verursachen. Im Falle von Computern mit weniger starken Prozessoren kann das dementsprechend schon dazu führen, dass er extrem verlangsamt und unbrauchbar gemacht wird, um effizient mit ihm zu arbeiten – und sollte das nicht ursprünglich vermieden werden?

3)    Verschiedene Antiviren-Programme halten sich gegenseitig für Schädlinge

Das ist zwar nicht immer der Fall, kann aber durchaus geschehen: Die Antiviren-Anwendungen halten sich gegenseitig für gefährlich und versuchen sich vom System zu entfernen. Das liegt daran, dass Antiviren-Programme was die Funktionalitäten betrifft durchaus mit einigen Malware-Arten vergleichbar sind, denn Schädlinge wie Spyware oder Trojaner überwachen ebenfalls das System und senden Informationen an externe Stellen – im Gegensatz zu den Antiviren-Herstellern haben diese allerdings nichts Gutes im Sinn. Wer zwei Programme gleichzeitig auf seinem Rechner installiert hat, sollte sich nicht wundern, wenn die Programme einen Großteil ihrer Arbeitszeit damit verbringen, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Das ist belastend für den Rechner, stört durch ständige Alarmmeldungen und kostet viel Zeit und Nerven.

Folglich sind zwei oder sogar noch mehr Antiviren-Programme in keinster Weise zu empfehlen. Lediglich in wenigen Fällen erzielt der User den Effekt, den er sich wünscht, z.B. bei einem Haupt- und einem kleineren Nebenprogramm, das sich um eine bestimmte Malware-Art wie Spyware kümmert. Auch hier sollte allerdings zunächst genauestens getestet werden, ob die beiden Programme miteinander kompatibel sind. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, investiert ein klein wenig in seine Internet Security und legt sich eine starke Antimalware-Lösung zu, die gleich alle Funktionen beinhaltet und somit weitere Programme überflüssig machen.

Timm Hendrich

lebt seit 2003 in Berlin und sammelte erste redaktionelle Erfahrungen in der Musikredaktion von MTV/VIVA und der Redaktion von „The Voice of Germany“. Nach einem Zwischenstopp in der Programmplanung von MTV hat er sich 2013 der Online-Redaktion von Netzsieger angeschlossen und betreut seither den Content und redaktionellen Inhalt der Vergleichsplattform Netzsieger.de

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on Pinterest

Tags: , ,

About the Author

About the Author: Timm Hendrich wohnt in Berlin, sammelte redaktionelle Erfahrungen in der Musikredaktion von MTV/VIVA und der Redaktion von "The Voice of Germany". Seit 2013 Mitarbeit in der Online-Redaktion von Netzsieger.de. .

Trag Dich ein

Wenn Dir der Beitrag gefallen hat, bestell den kostenlosen ...

Subscribe via RSS Feed Connect on Google Plus Connect on YouTube

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Top